Heimsieg gegen den Oldenburger TB II (16.12.2013)

Bertan glückt der große Wurf
Von Daniel Cottäus (WK)

Trainer Stacy Sillektis hatte vor der letzten Partie des Jahres einen Heimsieg gefordert – und er hat ihn bekommen. Mit 92:83 (43:40) setzten sich die Basketballer des Delmenhorster TV gestern Nachmittag gegen den Oldenburger TB II durch. Es war der vierte Saisonerfolg für den Aufsteiger in der 2. Regionalliga.

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Basketball
© Ingo Moellers
Durchgesetzt: Center Andreas Herbig (am Ball) trug gegen den Oldenburger TB II gestern insgesamt acht Punkte zum 92:83-Heimsieg des Delmenhorster TV in der 2. Basketball-Regionalliga bei.

Die spektakulärste Aktion hatte sich Ediz Bertan gestern Nachmittag bis ganz zum Schluss aufgespart. Im letzten Viertel waren noch knapp fünf Sekunden zu spielen, als sich der beste Mann des Delmenhorster TV ein Herz fasste und den Ball von der Mittellinie aus in Richtung Korb warf. Wenige Augenblicke später rauschte die Kugel mit einem lauten „Zisch“ durchs Netz – es war der grandiose Schlusspunkt eines aus Delmenhorster Sicht erfreulichen Nachmittags. Mit 92:83 (43:40) setzten sich die Devils gegen den Oldenburger TB II durch und bejubelten danach ihren vierten Saisonsieg in der 2. Basketball-Regionalliga. „Ich habe den Ball eigentlich nur weggeworfen“, schmunzelte Bertan, „dass er aus dieser Distanz reingeht, passiert nicht alle Tage“.

Durch den Erfolg hat sich der Aufsteiger aus Delmenhorst etwas Luft im Kampf gegen den Abstieg verschafft. Nach elf Partien weist das Team nun acht Punkte auf. „Hätte mir das einer vor dem ersten Spieltag angeboten, ich hätte es unterschrieben“, sagte Trainer Stacy Sillektis, trat aber sogleich wieder auf die Euphoriebremse: „Wir müssen weiter sehr hart an uns arbeiten, sonst bringt uns so ein Erfolg am Ende überhaupt nichts.“

Entschlossen von Beginn an

Gegen den Oldenburger TB II, immerhin Tabellensiebter, zeigten die Delmenhorster in der Anfangsphase, dass sie sich unbedingt mit einem Sieg in die kurze Winterpause verabschieden wollten. Konzentriert und kampfstark gingen die Gastgeber die Aufgabe an, nach kurzer Zeit führten sie bereits mit 18:8. Allein vier Dreier fanden während des ersten Viertels ihren Weg in den Korb, Oldenburg kam mit zunehmender Spieldauer aber stärker auf und verkürzte bis zum Ende des Abschnitts auf 21:26. „Wir hatten einige Phasen, mit denen ich nicht zufrieden war“, kritisierte Sillektis, der damit vermutlich vor allem den Beginn des zweiten Viertels gemeint haben dürfte. In Sachen Rebound-Arbeit und Wurfauswahl ließen die Hausherren merklich nach, was den Gästen die erste und zugleich letzte Führung des Spiels ermöglichte – 33:32. Die Partie war ab diesem Zeitpunkt äußerst ausgeglichen, und nur dank eines Kraftaktes schafften es die Delmenhorster, mit einem knappen 43:40-Vorsprung in die Pause zu gehen.

Nach dem Wechsel waren es vor allem die Punkte der gut aufgelegten Edgaras Saldukas und Bertan, die die Oldenburger auf Distanz hielten. Auch Center Marius Ammermann agierte gewohnt treffsicher und kämpfte so manchen Ball regelrecht in den Korb. Aber dennoch: Als Oldenburgs David Ratajzcak auf 63:65 verkürzt hatte, schien für die Gäste plötzlich wieder alles möglich. Mit einer 71:66-Führung gingen die Delmenhorster wenig später ins Schlussviertel.

Dort bewiesen die Devils Nerven. Sich deutlich abzusetzen, gelang der Mannschaft zwar nicht. In den entscheidenden Situationen hatte sie aber trotzdem immer die passende Antwort parat. Mit seinem Dreier zum 89:82 beendete Ali Akkurt in der Schlussphase das Zittern, ehe der Ball knapp fünf Sekunden vor dem Ende in Höhe der Mittellinie noch einmal Ediz Bertan in die Hände fiel – 92:83.

Devils schlagen den VfL Hameln mit 114:109 (02.12.2013)

Sillektis macht es selber
Von KIM PATRICK PUHLMANN (WK)

Delmenhorst. Durch den dritten Saisonsieg hat sich der Delmenhorster TV Luft im Abstiegskampf der 2. Basketball-Regionalliga verschafft. Gegen den Vorletzten VfL Hameln gewannen die Devils mit 114:109 (57:44). Trotz eines zwischenzeitlichen 21-Punkte-Vorsprungs machten es die Hausherren am Ende noch einmal spannend. Die entscheidenden Zähler markierte Ediz Bertan mit zwei Freiwürfen.

Er kam, sah und traf: Trainer Stacy Sillektis setzte sich selbst ein und sorgte dafür, dass seine Basketballer des Delmenhorster TV zwischenzeitlich einen 21-Punkte-Vorsprung herausspielten. Dass es beim gestrigen 114:109 (57:44)-Erfolg über den VfL Hameln am Ende noch ganz eng wurde, konnte aber selbst Sillektis nicht verhindern. Seine Spieler beeindruckte der Coach mit der starken Vorstellung. „Stacy bringt Ruhe rein. Er ist sehr sicher und routiniert. Wenn er eingewechselt wurde, hat uns das geholfen“, sagte Ahmet Ildem.

Nach 30 Sekunden hatte Ali Akkurt die Devils zunächst per Dreier mit 3:0 in Führung gebracht. 40 Zuschauer in der Halle am Stadtbad sahen einen temporeichen Beginn der Gastgeber. Die hohe Geschwindigkeit des Spiels sorgte jedoch auch für einige Fehler auf beiden Seiten. Die Hamelner holten sich zwar mehr Rebounds, doch ihre schnellen Gegenangriffe scheiterten meist an unpräzisen Abschlüssen.

Trotz des 14:6-Vorsprungs nach sechs Minuten, war Sillektis überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Lasst den Ball laufen“, schrie er sein Team während eines Time-Outs an. In der Folge schmolz der Delmenhorster Vorsprung trotzdem, nach den ersten zehn Minuten lagen sie plötzlich mit 22:23 hinten. Die Gäste agierten nun immer abgeklärter und trafen regelmäßig von der Drei-Punkte-Linie.

Nach Ende des ersten Viertels wurde Sillektis daher erneut laut, doch die Ansprache des Trainers verfehlte ihre Wirkung. Die Hamelner bauten ihre Führung durch zahlreiche Dreier nach 13 Minuten auf 38:31 aus. Dann wechselte sich Delmenhorsts Spielertrainer selber ein (17.): Sillektis gab Anweisungen, bekam den Ball und traf von der Drei-Punkte-Linie – drei Mal hintereinander. „Das hat Stacy in der zweiten Mannschaft trainiert“, erklärte sein Spieler Ahmet Ildem. Den Schwung nahmen die Hausherren mit und führten zur Pause mit 57:44.

Ungenauigkeiten im Abschluss

Nach dem Seitenwechsel traf Sillektis noch zwei Mal aus der Distanz – insgesamt fünf Dreier in Folge gelangen dem Devils-Coach somit. Also stand es nach 22 Minuten 68:47, die Delmenhorster hatten 21 Punkte Vorsprung. Zwei wichtige Zähler im Abstiegskampf waren zum Greifen nah. Unzulänglichkeiten und Ungenauigkeiten im Abschluss brachten die Gäste jedoch wieder ins Spiel. Beim Stand von 73:60 hatte Sillektis dann die Nase voll – er nahm eine Auszeit, und es wurde einmal mehr laut in der Halle. „Meine Güte“, brach es aus dem Coach heraus. „Spielt normal weiter“. Die Gastgeber stabilisierten sich daraufhin wieder, und mit einem knappen 82:79-Vorsprung ging es in das letzte Viertel. In der 35. Minute ging Hameln durch einen Korbleger von Benno Wunderlich nach langer Zeit mal wieder in Front – 90:89.

Beide Teams wollten nun den Sieg. Eine Minute vor dem Ende glich Delmenhorsts Akkurt per Dreier aus – 106:106. 21 Sekunden vor dem Schlusspfiff lagen die Devils mit 110:109 vorne. Viele Unterbrechungen prägten die finalen Spielzüge. Erst fünf Sekunden vor dem Ende entschied Ediz Bertan mit zwei verwandelten Freiwürfen die Partie – 114:109. „Der Sieg war ganz wichtig. Aber unter den Körben hätten wir cleverer sein müssen“, sagte Bertan. Ildem haderte damit, dass die Mannschaft einen 21-Punkte-Vorsprung noch fast verschenkt hätte: „Wir haben es uns selbst schwer gemacht.“ In der Tabelle bleiben die Delmenhorster nach dem Sieg Neunter, haben jetzt aber zwei Punkte mehr auf dem Konto als Hameln.

Erster Saisonsieg für die Devils (11.11.2013)

Erster Saisonsieg für Delmenhorster TV

Von Daniel Cottäus (Quelle: WK)

Delmenhorst. Nach den ersten fünf Spieltagen sah es schon fast so aus, als sei die 2. Regionalliga vielleicht doch eine Nummer zu groß für die Basketballer des Delmenhorster TV – gestern Nachmittag hat das Team nun den ersten Sieg nach dem Aufstieg gefeiert, es war zudem der erste der Vereinsgeschichte in Deutschlands fünfthöchster Klasse. Mit 82:64 (38:33) setzten sich die Devils gegen den MTV Wolfenbüttel durch. Dass beide Mannschaften dabei über weite Strecken eine dürftige Leistung geboten hatten – den Delmenhorstern war das am Ende vollkommen egal.

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© Ingo Moellers
Edgaras Saldukas (links) kam gestern während des 82:64-Heimerfolgs gegen den MTV Wolfenbüttel (hier mit Carlo Nester) auf insgesamt 21 Punkte. Damit war der 25-jährige Litauer neben Marius Ammermann der beste Werfer des Delmenhorster TV.

Die meisten seiner Spieler waren Sonntagnachmittag um kurz nach 16 Uhr schon längst auf dem Weg unter die Dusche. Der ein oder andere hielt dabei noch einen kurzen Plausch mit Bekannten, oder holte sich das Lob von der Familie ab – während Stacy Sillektis einmal ganz tief durchatmete. Der Trainer des Delmenhorster TV hatte auf der Ersatzbank Platz genommen, auf der er während des vorangegangen Spiels nicht eine Sekunde lang gesessen hatte. „Mehr Kampf als alles andere“, sagte er, schüttelte den Kopf, um dann grinsend zu verkünden: „Egal. Heute zählt nur, dass wir endlich gewonnen haben.“

Mit 82:64 (38:33) hatten sich die Basketballer des Delmenhorster TV gegen den MTV Wolfenbüttel durchgesetzt. Es war im sechsten Anlauf der erste Saisonsieg des Aufsteigers in der 2. Regionalliga und ganz nebenbei der erste der Vereinshistorie überhaupt in der fünfthöchsten Klasse Deutschlands. „Fühlt sich ziemlich gut an“, sagte Sillektis, dessen Spieler eine gute Stunde zuvor sichtlich nervös in die Partie gestartet waren.

„Wir hatten auf einmal Angst“

Zwar musste Wolfenbüttel auf seinen bis dato besten Scorer Sacit Sen (16,8 Punkte im Schnitt) verzichten, und dennoch gehörten die ersten gelungenen Aktionen den Gästen. Mit 9:4 lag das Team nach fünf Minuten vorne, Sillektis machte an der Außenlinie einen mehr als unzufriedenen Eindruck, gab Anweisungen, korrigierte hier, korrigierte dort. Erst gegen Ende des ersten Viertels schienen die Devils zu bemerken, dass gegen diesen Gegner einiges möglich ist: Nachdem Edgaras Saldukas die Gastgeber per Korbleger zum 10:9 erstmals in Front gebracht hatte (7.), zogen sie bis zum Ende des Abschnitts auf 24:12 davon, und – so viel sei bereits verraten – gaben die Führung bis zum Schluss nicht mehr ab. Dass es für die Hausherren trotzdem kein entspannter Nachmittag wurde, lag vor allem daran, dass sie sich in der Offensive schlichtweg zu viele Unkonzentriertheiten und Fehlwürfe leisteten. Beispiel? Nachdem Ali Akkurt im zweiten Viertel für die Devils per Dreier auf 27:13 erhöht hatte (12.), verpasste es die Mannschaft, nachzulegen. Ein paar falsche Wurfentscheidungen und unnötig verlorene Rebounds später stand es nur noch 38:33 (20.). „Wir hatten auf einmal Angst davor, das erste Spiel zu gewinnen“, sagte Sillektis, „vieles ist in unserer Situation einfach Kopfsache“. Bereits nach wenigen Minuten kamen die Devils vor dem Beginn der zweiten Halbzeit wieder aus der Kabine. Sillektis hatte seine Ansprache offenbar auf das Nötigste beschränkt. Weniger Wirkung hatte sie dadurch nicht.

Wolfenbüttel schickte sich zwar an, den Delmenhorstern das Leben nochmal schwer zu machen. Um die Partie aber tatsächlich drehen zu können, waren die Gäste nicht stark genug. Nach dem hauchdünnen 40:39 (23.) gewannen die Devils, nicht zuletzt dank der starken Center Andreas Herbig und Marius Ammermann sowie Shooting Guard Edgaras Saldukas, die Kontrolle zurück. Vor dem Schlussakt betrug ihr Vorsprung zehn Punkte – 60:50. Im letzten Viertel blieb der Gegner zwar unbequem, spätestens nach Akkurts 72:57 (37.) roch es in der Halle am Stadtbad aber stark nach dem ersten Saisonsieg.

In der Tabelle blieb den Delmenhorstern zwar der ganz große Sprung nach oben verwährt (vorher Zehnter, jetzt Neunter), gestern Nachmittag spielte das aber keine Rolle. Auch dass die Mannschaft gegen einen schwachen Gegner, der mit nur sieben Spielern angereist war, nicht gerade geglänzt hatte – Nebensache. „Wir sind in der Liga angekommen“, sagte der Coach, der seine Akteure aber gleich wieder in die Pflicht nahm: „Wenn wir in den nächsten Spielen nicht nachlegen, hat der Sieg gar nichts gebracht.“

2013-11-04 Delmenhorster TV ist beim 54:80 in Hannover chancenlos

Fünfte Pleite – doch Sillektis bleibt ruhig
(Quelle)

DELMENHORST (DN). Für einen Abgesang auf sein Team sah Stacy Sillektis noch keinen Anlass. Nach der 54:80 (26:44)-Packung bei TK Hannover gab der Trainer des Delmenhorster TV zwar zu Protokoll, „enttäuscht“ zu sein über „ein unerfreuliches Spiel“, aber: „Es war ein schwerer Gegner. Unsere Punkte müssen und können wir gegen andere holen.“
Dennoch gibt der Start des Aufsteigers in die 2. Regionalliga Anlass zur Besorgnis. In Hannover – bei der fünften Pleite im fünften Spiel – zitterten den eigentlich sicheren Werfern der „Devils“ die Hände. Zwei von 18 Dreipunktewürfen verwandelten die Delmenhorster – „unterirdisch“, wie Sillektis feststellte. Nach einem 9:6 für die Delmenhorster nach fünf Minuten kam Hannover immer besser in Fahrt, körperlich waren die Landeshauptstädter buchstäblich eine Nummer zu groß.
Zwar robbte sich der DTV nach einem Zwischenstand von 20:40 im dritten Viertel noch einmal auf 32:44 heran, eine Chance auf den ersten Sieg bestand aber nicht. „Wenn die Würfe nicht fallen, dann kannst du als Trainer nicht viel machen“, sagte Sillektis. Defensiv hätte seine Mannschaft ihre Sache ordentlich gemacht: „Aber irgendwo hakt es immer, dieses Mal im Angriff.“ Dennoch: „Besorgt bin ich nicht. Jetzt kommen vier Gegner auf Augenhöhe. Wenn wir diese Spiele auch verlieren – dann werde ich vielleicht anders reden.“
DTV: Altmann 2, Saldukas 4, Bölling 3, Herbig 9, Akkurt 3, Heinecke 2, Bruns 3, Bertan 18, Cairo 2, Ammermann 8.

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Noch Anpassungsschwierigkeiten in der 2. Regionalliga: Ali Akkurt und der Delmenhorster TV.FOTO: ROLF TOBIS

2013-10-28 Niederlage gegen TSV Neustadt: Nicht abgezockt genug

(Quelle: Weser-Kurier) Die Basketballer des Delmenhorster TV warten weiterhin auf ihren ersten Sieg nach dem Aufstieg in die 2. Regionalliga, dabei war der historische Erfolg gestern zum Greifen nah. In der hektischen Schlussphase fehlte den Devils im Duell mit dem TSV Neustadt jedoch die nötige Abgeklärtheit, und sie verloren schließlich mit 87:97 (46:45).

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Als es um alles ging, wurden die Hände plötzlich zittrig. Die Basketballer des Delmenhorster TV hatten sich gestern im Schlussviertel bis auf 73:76 an den TSV Neustadt herangekämpft, der erste Sieg nach dem Aufstieg in die 2. Regionalliga war möglich. Doch dann verlor Ediz Bertan im Angriff den Ball, wenig später tat es ihm Jonas Bruns gleich, und schließlich passte auch noch Marius Ammermann direkt zum Gegner. Neustadt nutzte die Schwächephase der Devils aus, setzte sich vorentscheidend ab und gewann am Ende etwas glücklich mit 97:87 (45:46). Auf die Unerfahrenheit im ersten Regionalliga-Jahr wollte der Delmenhorster Trainer Stacy Sillektis die folgenschweren Fehler allerdings nicht schieben: „Ediz und Marius sind erfahrene Leute, denen so etwas eigentlich nicht passieren darf.“

Allerdings ist der Sprung in die 2. Regionalliga selbst für einen wie Bertan, der einst im Bundesliga-Kader der EWE Baskets Oldenburg stand, groß. „Alle Spieler müssen jetzt mehr leisten. 90 Prozent reichen nicht mehr, jeder muss 100 Prozent bringen“, verdeutlichte Bertan, nachdem er kurz nach der Schlusssirene ausgepumpt auf einer Holzbank Platz genommen hatte. Bei Fehlern wie in der Schlussphase spiele die Unerfahrenheit schon eine Rolle. „Ein Gegner wie Neustadt spielt viel länger in der Liga als wir und ist einfach reifer. Wir sind noch nicht so kaltschnäuzig“, sagte Bertan.

Ein weiteres Problem der Devils ist, dass sie bei ihren nunmehr vier Niederlagen in vier Regionalliga-Spielen jeweils das erste Viertel verschliefen. Dabei lief es gegen Neustadt in den ersten Minuten sogar ganz gut: Hauke Bruns brachte die Gastgeber vor 35 Zuschauern in der Stadtbad-Halle mit 8:6 in Führung. Nachdem Ahmet Ildem bei einem Fastbreak das 15:19 gelungen war, erzielten die Delmenhorster jedoch keinen Punkt mehr. Am Ende des ersten Abschnitts lagen sie folglich mit 15:30 hinten. „Wir sind wieder ganz schlecht ins Spiel gekommen. Ich habe keine Erklärung dafür, warum wir das nicht abstellen können“, sagte Sillektis.

Im zweiten Viertel boten die Gastgeber dagegen eine starke Leistung. „Da haben wir gezeigt, was wir drauf haben“, lobte Sillektis. Der Coach stellte von einer Mann-gegen-Mann- auf eine Zonen-Verteidigung um und überraschte die Gäste damit. Center Ammermann pflückte einige wichtige Bälle unter dem Korb weg und punktete zudem zuverlässig. Auch Bertan fand zu seiner gewohnten Treffsicherheit, erzielte den 41:41-Ausgleich und erhöhte danach mit einem seiner insgesamt drei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfe auf 44:41. Zur Pause lagen die Devils dann knapp mit 46:45 vorne.

Das dritte Viertel war anschließend hart umkämpft. Nach einem Steal und zwei Punkten von Ali Akkurt stand es zwischenzeitlich 54:50 für die Delmenhorster. „Neustadt hat sich aber immer besser auf unsere Zonen-Verteidigung eingestellt“, schilderte Bertan. Über 61:61 führten die Gäste nach dem dritten Durchgang mit 69:66. Im Schlussviertel schienen die Devils beim Stand von 73:76 am Drücker zu sein, doch dann leisteten sie sich die erwähnten folgenschweren Fehler. Neustadt zog auf 82:73 davon. Zwar brachte Akkurt die Hausherren mit einem Dreier und einem Korbleger noch einmal auf 78:83 heran, aber mehr war nicht drin. Da half auch die gute Freiwurf-Quote – 16 von 19 Versuchen saßen – den Gastgebern nicht mehr weiter.

„Die Rebounds haben uns gekillt“, fand Coach Sillektis martialische Worte. Die Gäste aus der Nähe von Hannover waren in der Offensive unter dem Korb einfach zu stark. Das lag vor allem am zweitligaerfahrenen Solomon Sheard, der bei Rebounds den Unterschied ausmachte. Insgesamt brachte es der 2,04 Meter große Center auf 27 Punkte. Besser war nur Neustadts Tim Benkelberg, der 34 Zähler verbuchte. Bei den Devils wies Bertan mit 26 Punkten die beste Bilanz auf. Der Delmenhorster Topscorer blickte trotz der gestrigen Heimpleite und Tabellenplatz zehn optimistisch in die Zukunft: „Es ist eine Entwicklung erkennbar.
Wir werden als Team immer besser und spielen mehr zusammen.“